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UNESCO Welterbe

  Augusta von Sachsen-Weimar

Gemahlin Kaiser Wilhelms I.
*: 30.09.1811 im Residenzschloss zu Weimar
>: 07.01.1890 im Kaiserlichen Palais Unter den Linden in Berlin
Begräbnisstätte: Mausoleum im Park von Schloss Charlottenburg in Berlin

Kaiserin Augusta
Kaiserin Augusta

Augusta Marie Luise Katharina war die zweite Tochter des Großherzogs Karl Friedrich von Sachsen-Weimar und der Großfürstin Maria Pawlowna, einer Schwester Zar Alexanders I. von Russland. Von Kindheit an übte ihre Mutter großen Einfluss auf ihre Entwicklung aus. Die Prinzessin erhielt ausgezeichnete Lehrer und wurde von der Hofmalerin Luise Seidler im Zeichnen und von dem Komponisten und Kapellmeister Johann Nepomuk Hummel im Musizieren unterrichtet. Von ihrer Mutter lernte sie früh strenge Pflichterfüllung und die vollkommene Beherrschung höfischer Umgangsformen.

Ihre Verlobung mit Prinz Wilhelm von Preußen, dem zweitältesten Sohn Friedrich Wilhelms III., war kein leichter Schritt für sie, wusste sie doch, dass sie als zweite Wahl galt, da der Prinz seine an der Staatsräson gescheiterte Liebe zu Elisa von Radziwill noch nicht überwunden hatte.

Augusta kam zwei Jahre nach der Eheschließung ihrer Schwester Marie mit Prinz Carl, einem jüngeren Bruder ihres Bräutigams, an den preußischen Hof. Obwohl ihr Marie an äußerer Schönheit und Anmut überlegen war, konnte Augusta als Gattin des zweitältesten Königssohns den zeremoniellen Vorrang beanspruchen, was häufig zu Verstimmungen Anlass gab.

Nach der Hochzeit am 11. Juni 1829 im Berliner Schloss bezog das junge Paar zuerst einige Räume im Generalkommando Unter den Linden 37, die von Karl Friedrich Schinkel eingerichtet worden waren. An den Plänen für den Neubau eines repräsentativen Stadtpalais an dieser Stelle war Augusta ebenso stark beteiligt, wie an jenen für das Schloss auf dem Babelsberge bei Potsdam. Im Mai 1837 konnte das neue Berliner Palais, das schließlich nach Entwürfen von Karl Ferdinand Langhans errichtet wurde, bezogen werden. Das von Schinkel geplante Babelsberger Schloss stand im ersten Bauabschnitt schon im Oktober 1835 zur Verfügung.

Das eheliche Zusammensein gestaltete sich schwierig. Schon früh wurde sichtbar, dass das Prinzenpaar von sehr verschiedener Natur war, was schließlich dazu führte, dass man über viele Dinge nicht miteinander sprach.

Durch ihre geistigen Vorzüge, ihren Kunstsinn, ihre Humanität und Wohltätigkeit hatte sie sich bald eine angesehene Stellung am Hof geschaffen. Sie überwachte die Erziehung des künftigen Kaisers Friedrich III. und der Prinzessin Luise, der späteren Großherzogin von Baden, mit großer Sorgfalt. Doch auch in politischer Hinsicht zeigte Augusta Ehrgeiz und versuchte Einfluss auf ihren Gemahl auszuüben. Sie galt als liberal und streng pazifistisch. Während der Revolution von 1848/1849, als ihr Ehemann, der "Kartätschenprinz" nach England fliehen musste, hoffte sie darauf, bei einer möglichen Abdankung Friedrich Wilhelms IV. die Regentschaft für ihren noch unmündigen Sohn führen zu können. Bismarcks Ernennung zum preußischen Ministerpräsidenten 1862 suchte sie zu verhindern, stieß bei ihrem Gemahl aber auf unüberwindlichen Widerstand. Bismarck gelang es bald, ihre politischen Ambitionen zu bremsen.

Augusta widmete sich daraufhin überwiegend wohltätigen Einrichtungen und Organisationen. Seit dem Regierungsantritt Wilhelms I. 1861 entwickelte sie als Königin von Preußen im Dänischen Krieg 1864 eine segensreiche Tätigkeit zur Pflege verwundeter und erkrankter Soldaten. Obwohl sie am Zustandekommen der Genfer Konvention erheblichen Anteil hatte, konnte sie weder den weiteren militärischen Konflikt noch 1866 den ihr besonders verhassten Krieg gegen Österreich verhindern. Als anerkannte Persönlichkeit stand sie im Mittelpunkt der über ganz Deutschland verbreiteten Vereine, die für die Truppen im Felde und für die Verwundeten sorgten, so der Verein vom Roten Kreuz seit 1864 und der Vaterländische Frauenverein seit 1866. Das Augusta-Hospital, das Langenbeck-Haus in Berlin und das Augusta-Stift in Charlottenburg gingen auf ihre Anregungen zurück. Den Kulturkampf gegen die katholische Kirche missbilligte sie aus ethischen Gründen, er widersprach ihren Anschauungen von Glaubensfreiheit. Seit 1871 Deutsche Kaiserin, widmete sie sich neben der Krankenpflege verstärkt sozialen, karitativen und pädagogischen Einrichtungen. Trotzdem war sie nie richtig beliebt oder gar populär.

Als sie 1890 im Berliner Palais Unter den Linden starb, wurde sie neben ihrem bereits zwei Jahre zuvor verschiedenen Gemahl im Charlottenburger Mausoleum beigesetzt.

 
 

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