Die Gärten der Stiftung sind Zeugnisse ihrer Zeit mit einem vielfältigen Beziehungsgeflecht zu anderen Künsten, wie der Literatur, der Malerei, der Bildhauerei, der Architektur und der Philosophie. Jeder historische Garten ist einmalig und nicht wiederholbar.
Neben den Besonderheiten der Raumbildung, der Bodenmodellierung, der architektonischen Ausstattung wird ein historischer Garten durch eine bestimmte Pflanzenauswahl, Pflanzenzusammenstellung und Pflanzenentwicklung charakterisiert. Auftraggeber und Schöpfer der Gärten wollten mit ihrer Inszenierung aus Natur und Kunst dem Besucher eine Botschaft übermitteln.
Insofern haben die historischen Gärten aus sich heraus eine eindringliche Sprache. Man muss jedoch in ihnen zu lesen verstehen wie in einem Buch. Als Raumstruktur werden sie durch die Bewegung, durch Gehen im Garten, und damit durch die zeitlich nacheinander folgende Sammlung von Eindrücken erschlossen. Das Arbeiten mit den Mitteln der Natur, mit den wachsenden Pflanzen, Erde und Wasser, den wechselnden Tages- und Jahreszeiten, gibt dem Gartenkünstler und dem Gartenkunstwerk einen über das eigene Vermögen weit hinausreichenden Gestaltungsreichtum.
Zugleich birgt dieser die ständige Gefahr der Auflösung durch die innewohnende Dynamik der Natur. Das ausgewogene Spiel von Raumproportionen, Vielfalt und Kontrast, geht ohne ständiges und kenntnisreiches gärtnerisches Gegensteuern verloren.
Peter Joseph Lenné (1789-1866) schrieb über die Kunst des Landschaftsgärtners:
"Wie der Bildhauer aus seinem Marmorblock lebendige Gestalten hervorruft, so bringt der Landschaftsgärtner Leben und Bewegung in Bäume und Gesträuche durch den Wechsel der Formen, in ihrer Zusammenstellung zu Licht- und Dunkel-Gruppen, zu Massen, Hainen und Waldstücken; in ihren Umrissen auf den Ebenen und gegen den Horizont; in ihren Anreihungen, Abstufungen und Kontrasten. Gleich dem Maler arbeitet er mit Farben und Lichtern. Aber es sind die ewig wechselnden Farben und Lichter, welche das wandelnde Jahr und die immer fortschreitenden Tageszeiten über seine Gestalten und Umrisse mit immer neuen Reizen verbreiten."
Der beste Schutz zur Erhaltung unserer Gärten ist das Wissen unserer Besucher über deren Wert und über die vielfältigen Möglichkeiten, sie ihrem Wesen entsprechend zu genießen, ohne sie zu zerstören und die Mitbesucher zu stören. Nachlassende Pflege und Unvermögen, den historischen Garten in seiner Eigenart zu erkennen, führen dazu, ihn als beliebigen Grünraum zu missverstehen, den man mit substanz- und bildzerstörenden Nutzungen füllen darf, wie Radfahren und Betreten der nicht dafür geeigneten Wiesen-, Schmuck und Gehölzflächen.
Die Stiftung will ihre Besucher durch Faltblätter, Pläne, Gartenbeschreibungen und Gartenführungen unterstützen, die Gärten zu genießen. Bitte helfen Sie uns durch angemessenes und schonendes Verhalten in den Gärten, diese in ihrer Schönheit und Fülle für alle zu erhalten!
Kontakt:
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Generalverwaltung
Postfach 60 14 62
14414 Potsdam
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