Internationale Konferenz,
veranstaltet von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg,
der Stiftung Preußische Seehandlung
und dem Deutschen Historischen Institut Paris
im Haus der Brandenburgisch Preußischen Geschichte, Potsdam
Konferenzergebnisse unter www.perspectivia.net
Am 24. Januar 2012 jährt sich der Geburtstag Friedrichs des Großen von Preußen zum 300. Mal. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) nimmt das Datum des Geburtstages zum Anlass, über Zeit, Umfeld und Person des Königs und seine Bedeutung einst und jetzt neu nachzudenken.
Die dritte von der SPSG initiierte Tagung der Konferenzreihe "Friedrich300" widmet sich der historischen Größe des preußischen Königs – ein Thema, das polarisiert. Denn das Epitheton "der Große" wurde und wird Friedrich nicht unwidersprochen zugebilligt. Doch wird mit dem preußischen König ein Monarch als "groß" bezeichnet, der zweifelsohne eine außergewöhnliche Persönlichkeit war. Aufgrund welchen Kriteriums aber rechnet(e) man Friedrich zu "den Großen"?
Auffällig ist, dass fast ausschließlich Herrscher als "groß" bezeichnet wurden. Wichtigstes Indiz für deren Größe war offenbar in erster Linie die herausragende militärische Leistung. Entsprechend wurde der Beiname denen zuteil, die sich als Feldherrn hervorgetan hatten, und so auch Friedrich. Der König wurde erstmals nach Ende des Zweiten Schlesischen Krieges 1745 bei seinem Einzug in Berlin und Potsdam als "der Große" bezeichnet. Die Publizistik feierte ihn als Helden, was von der Bevölkerung rasch aufgegriffen wurde.
Wurde Friedrich zu Recht "der Große" genannt, und wie hat er sich dazu verhalten? Hat er diesen Beinamen befördert, hat er damit kokettiert oder war ihm diese Bezeichnung, mochte sie auch politisch ihren Zweck erfüllen, eher zuwider? Immerhin hatte er sich zuvor als ein "Herrscher anderen Typs" stilisiert: als friedliebender, aufgeklärter, den neuen Ideen seiner Zeit gegenüber aufgeschlossener Monarch, der innere Reformen anstoßen und seiner Bevölkerung Wohlstand bringen wollte. In ähnlicher Weise taten sich Peter der Große und Katharina die Große als Modernisierer und Reformer hervor und erwarben sich dafür ihren auszeichnenden Beinamen. Außer militärischem Erfolg gab es also auch andere Kriterien historischer Größe.
Welche waren das? Sind es diese Merkmale, die auch Nichtherrscher zu Großen erheben konnten? Welche Rolle spielen Legendenbildung und historische Vereinnahmung? Unterliegen die Eigentümlichkeiten für historische Größe einem Wandel? Warum wurde Größe überhaupt zu einer Kategorie erhoben? Heute jedenfalls werden kaum führende Persönlichkeiten (Politiker, Künstler) mit dieser ehrenden Klassifikation bedacht. Ist also "historische Größe" ein Kriterium vormoderner, vergangener Tage, das in jetzigen Zeiten seine Relevanz verloren hat?
Erst nach dem Tod eines oder einer "Großen" erweist sich die Beständigkeit dieses Beinamens. Ob aber im Urteil der Nachwelt die Bezeichnung Bestand hat, wirft die Frage auf, ob die Nachwelt eines Helden bedarf, um unter Verweis auf seine historische Größe Vorbild und Legitimität für die eigene Gegenwart zu gewinnen. Im Verhältnis zu Friedrich spiegelt dies nicht nur das jeweilige Bemühen, den König für die eigene Gegenwart zu revitalisieren, sondern erneuert auch das Bewusstsein für die Vergangenheit.
Die Konferenz soll auf die gestellten Fragen Antworten geben. Dadurch soll die Persönlichkeit Friedrichs und vor allem auch das Bild, das man von ihm in Geschichtswissenschaft und Geschichtsbewusstsein hat, schärfer konturiert werden.
Das detaillierte Programm zum Download finden Sie hier
Tagungsort:
Haus der Brandenburgisch Preußischen Geschichte
Kutschstall, Am Neuen Markt, 14467 Potsdam
www.hbpg.de
Anfahrt:
Regionalbahn/S-Bahn bis Potsdam Hauptbahnhof, von dort 5 Minuten Fußweg oder Bus oder Straßenbahn bis Haltestelle "Alter Markt", Parkplätze in der Tiefgarage, Einfahrt über Werner Seelenbinder-Straße.
Tagungsbeitrag:
10 Euro, ermäßigt 5 Euro pro Tag
Anmeldung: Tel.: 0331.96 94-304 oder Email: s.hirsch@spsg.de
bzw. an den Konferenztagen im Haus der Brandenburgisch Preußischen Geschichte.
Bei vorheriger Anmeldung bitten wir, den Tagungsbeitrag unter dem Kennwort "Konferenz Friedrich300/09" an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Commerzbank Potsdam, Kto.Nr.: 100177500, BLZ 160 400 00 zu überweisen.
Die Beiträge der bisherigen Konferenzen finden sich unter:
www.perspectivia.net
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