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Eine Perle der Gartenkunst
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Zwischen dem östlichen Lustgarten und der Kastanienallee liegt der mauerumschlossene 4 ha große Marlygarten. Er wurde 1846-47 durch Peter Joseph Lenné auf dem Gelände des 1715 vom Soldatenkönig angelegten Küchengartens geschaffen. Den Küchengarten hatte Friedrich Wilhelm I. als Hohn auf das luxuriöse Marly-le-Roy Ludwigs XIV., des Sonnenkönigs, Marly genannt.
Der Name blieb, als Lenné das Gemüseland vor seiner Dienstwohnung zu einer "Perle des Landschaftsgartens" formte. Anlass war der Bau der Friedenskirche 1845-48 auf der Ostgrenze des Gartens. Es entstand etwas in der Gartenkunst Einzigartiges, ein bewusster Kontrast von hundert Jahren Gartengeschichte absichtsvoll nebeneinandergesetzt.
Die Küchengartenmauer, die das wiederhergestellte Heckenquartier des friderizianischen Lustgartens von dem neuen landschaftlichen Marlygarten trennte, blieb erhalten. Altes und Neues wurde nicht vermischt, sondern bewusst nebeneinandergesetzt. Dahinter steht eine tiefe philosophisch-religiöse Symbolik.
Der östlich zur Stadt hin liegende ehemaligen Hopfengarten wurde zum Friedensgarten umgestaltet. Anders als der mit Blumenbeeten, blühendem Strauchwerk und Statuen paradiesgleiche Marlygarten vermeidet der Friedensgarten dies alles und bereitet so die von der Stadt kommende Gemeinde mit Ernst auf den Gottesdienst vor. Die Friedenskirche und ihre Nebengebäude trennt und verknüpft somit zwei Gärten von ganz unterschiedlichen Charakter und Sinngehalt.
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Der Marlygarten mit seiner künstlich hergestellten feingliedrigen Bodenbewegung und den vor- und zurücktretenden Gehölzkulissen entfaltet namentlich bei Benutzung der schmalen Seitenwege eine räumliche Vielfalt, die ihn wenigstens so breit wie lang erscheinen lässt. Er gliedert sich in einen großen, auf den Kirchturm bezogenen und einem kleinen auf die Villa Illaire ausgerichteten Gartenraum. Das Wegenetz entwickelt im Zusammenspiel mit der Bodenmodellierung einen Raumgefühl, das die tatsächlichen Grenzen aufhebt.
Die 1849 aufgestellte "Weißblaue Glassäule" verweist auf die bayerische Herkunft der Königin. Der Weg des Königspaares zum Gotteshaus führte von Sanssouci bedeutungsvoll durch die schmale Erlöserpforte. Der Gartenraum vor der Villa Illaire entfaltet ein unvermutetes Eigenleben mit Mosaikfontäne und Goldfischteich. Der Marlygarten galt den Zeitgenossen als ein Muster landschaftlicher Gartenkunst und war das nie erreichte Vorbild der Villengarten-Kultur des 19. Jahrhunderts.
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