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Friedrich Wilhelm III., König von Preussen, Kurfürst von Brandenburg
geb.: 03.08.1770 im Eckhaus des Neuen Marktes in der Schwertfegerstraße in Potsdam
gest.: 07.06.1840 in seinem Palais Unter den Linden in Berlin (Kronprinzenpalais)
Begräbnisstätte: Mausoleum im Park von Schloss Charlottenburg in Berlin
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Friedrich Wilhelm III. |
Regierungszeit: 16.11.1797 - 07.06.1840
Eheschließung
1. am 24.12.1793 mit Luise Auguste Wilhelmine Amalie von Mecklenburg-Strelitz
2. morganatisch am 09.11.1824 mit Auguste von Harrach, Fürstin von Liegnitz
Nachkommen
10 Kinder aus erster Ehe: Eine Prinzessin (totgeboren); Friedrich Wilhelm; Wilhelm; Friederike Luise Charlotte Wilhelmine; Friederike Auguste Karoline Amalie; Friedrich Carl Alexander; Friederike Wilhelmine Alexandrine Marie Helene; Friedrich Julius Ferdinand Leopold; Luise Auguste Wilhelmine Amalie; Friedrich Heinrich Albrecht
Friedrich Wilhelm (III.) wurde am 3. August 1770 in Potsdam als Sohn des Thronfolgers und nachmaligen Königs Friedrich Wilhelm II. von Preussen und dessen zweiter Gemahlin, Friederike Luise von Hessen-Darmstadt, geboren. Nach freudloser Kindheit und Jugend lernte er im März 1793 seine spätere Frau, die Herzogin Luise zu Mecklenburg-Strelitz (1776-1810) kennen. Der Ehe, die am 24.12.1793 geschlossen wurde, entstammten insgesamt 10 Kinder, von denen drei im zarten Alter starben und sieben, darunter der spätere König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) sowie der spätere König und Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) den Vater überlebten.
Am 16.November 1797 bestieg Friedrich Wilhelm den preußischen Königsthron. Seine Politik stand zunächst im Zeichen strikter Sparsamkeit und konsequenter außenpolitischer Neutralität, allerdings auch von verpaßten Reformchancen. Als Folge dessen unterlag Preußen in der Schlacht von Jena und Auerstädt (14.10.1806) den Truppen Napoleons und verlor durch den anschließenden Frieden von Tilsit (7.Juli 1807) große Teile seines Staatsgebietes. Nun jedoch ließ der König auch die politischen und militärischen Reformer gewähren. Auch einige zum Teil noch heute gebräuchliche militärische Symbole und Rituale wie der Zapfenstreich und das Eiserne Kreuz gehen auf Initiativen Friedrich Wilhelm III. aus jener Zeit zurück.
Ein schwerer Schlag im privaten Bereich war für ihn der Tod seiner geliebten Gemahlin Luise (19.Juli 1810 in Hohenzieritz/Mecklenburg-Strelitz).
Durch die siegreichen Befreiungskriege (1813-1815) wendete sich allerdings sein politisches Schicksal zum besseren. In den ihm bis 1840 verbleibenden 25 Regierungsjahren wurde der König immer mehr zum Inbegriff des treusorgenden Landesvaters. Ungeachtet seiner ausgesprochen konservativen Innen- und Außenpolitik war er im Volke überaus populär.
Im Jahre 1824 ging er nochmals eine Ehe ein, allerdings auf morganatischer Basis. Er heiratete die Gräfin Auguste von Harrach (1800-1873), die er zur Fürstin von Liegnitz erhob. Diese Ehe blieb kinderlos. Er starb am 7. Juni 1840 in seinem 43. Regierungsjahr und war damit der nach Friedrich dem Großen am längsten regierende preußische König . Er liegt im Mausoleum des Charlottenburger Schloßgartens an der Seite der Königin Luise begraben.
Der König galt als weitgehend amusisch und war zudem von grundsätzlicher Skepsis gegenüber den geistigen Strömungen seiner Zeit erfüllt. Trotzdem konnte er sich diesen Einflüssen und Anforderungen auf Dauer nicht ganz entziehen und mußte in nicht wenigen Fällen dem Drängen seiner Berater und Minister nachgeben. Bedeutendstes Beispiel dafür ist die Gründung der Berliner Universität im Jahre 1810, die auch bis 1945 seinen Namen trug.
Privat begann er sich nach 1815, im Zuge der Romantik, für mittelalterliche Glasmalerei zu interessieren. Die in seinem Auftrag erfolgte Erfassung der entsprechenden Bestände in allen preussischen Provinzen, legte den Grundstock für die Glasgemäldesammlung des späteren Kunstgewerbemuseums. Gleichzeitig förderte er aktiv die Neubelebung der Glasmalerei in Preussen, speziell in Berlin.
Wichtig wurde er für die Architekturentwicklung in Preussen als Auftraggeber bedeutender Bauten wie des (heutigen) Alten Museums in Berlin. Der einflußreichste Architekt Preussens in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts, Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841), wurde in seiner künstlerischen Entwicklung von ihm genauso gefördert wie der begabteste Gartengestalter der Zeit, Peter Joseph Lenne (1789.- 1866).
Die Gründung des oben erwähnten Museums ist für sich gesehen als eine ganz bedeutende Kulturleistung zu werten, wenn diese auch, bedauerlicherweise, weitgehend auf Kosten der Bestände der königlichen Schlösser erfolgte.
König Friedrich Wilhelm III. von Preussen kann von seinen persönlichen Ansprüchen her als der bescheidenste aller preussischen Monarchen gelten. Dies drückt sich auch in den Bauten aus, die er für sich persönlich errichten ließ. Zu nennen wären hier vor allem das Schloss Paretz (1797 errichtet von David Gilly) und der Neue Pavillon (Schinkelpavillon) im Schlosspark Charlottenburg ( 1825 errichtet von Karl Friedrich Schinkel). Zudem behielt er auch nach seiner Thronbesteigung 1797 das Kronprinzenpalais in Berlin, Unter den Linden, als Wohnsitz bei, um seinen Untertanen ein sichtbares Zeichen sparsamer Lebensführung vorzuführen.
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