|
Es waren zwei preußische Könige, die sich im Park Sanssouci durch Ihre Gebäude verewigt haben. Friedrich II., auch Friedrich der Große genannt, wählte den "Wüsten Berg" als Standort für seine Sommerresidenz Schloss Sanssouci und legte den gleichnamigen Park an, schuf die Bildergalerie, das Chinesische Haus, das Neue Palais, das Schloss Neue Kammern, das Belvedere auf dem Klausberg, den Freundschafts- und den Antikentempel und das Drachenhaus.
Friedrich Wilhelm IV., der "Romantiker auf dem Thron" und Urgroßneffe Friedrichs II., war der erste Nachfolger, der im Park eigene Gebäude errichten ließ. Er erweiterte den Park und das Schloss Sanssouci, unter seiner Federführung entstanden das Schloss und der Park Charlottenhof, die Römischen Bäder, das Orangerieschloss, der Normannische Turm und das Gebäudeensemble der Friedenskirche.
Die erste der vorgeschlagenen Routen folgt den Spuren Friedrichs II., die zweite denen Friedrich Wilhelms IV. Beide Routen vermitteln einen Eindruck von der Bautätigkeit der beiden preußischen Könige. Der Friedrich-II.-Rundgang ist an einem Tag zu bewältigen. Für die Friedrich-Wilhelm-IV.-Tour empfehlen sich zwei Tage. Bitte beachten Sie die Öffnungszeiten der Schlossmuseen.
Park Sanssouci – Rundgang Friedrich II. (1712–1786)
Der Rundgang beginnt mit dem Besuch von Schloss Sanssouci. Das Schloss wurde als Sommerresidenz Friedrichs des Großen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff 1745 bis 1747 im friderizianischen Rokoko erbaut und enthält 12 kostbar ausgestattete Räume. Die Führung durch dieses Schloss dauert ca. 40 Minuten. Sichern Sie Ihren Führungstermin für dieses Schloss möglichst früh!
Schloss Sanssouci wird von der Bildergalerie im Osten und dem Schloss Neue Kammern im Westen flankiert. Die Bildergalerie ist der erste eigenständige Museumsbau in Deutschland. In den prächtigen Räumen werden Werke niederländischer, italienischer und französischer Barockmalerei präsentiert. Die Bildergalerie ist ohne Führung zu besichtigen.
Das Schloss Neue Kammern war das Gästeschloss Friedrichs des Großen. Es entstanden prächtige Festsäle wie der Jaspissaal und die Ovidgalerie im späten friderizianischen Rokoko und kostbar gestaltete Gästeappartements. Die Neuen Kammern können ohne oder mit Führung besichtigt werden.
Folgen Sie der schmalen Allee gegenüber dem Besucherzentrum, die Sie zum Orangerieschloss führt. Durch die Torbögen in den Seitenflügeln ist in der Verlängerung der Allee das Belvedere auf dem Klausberg zu sehen. Das erst kürzlich restaurierte Schmuckstück friderizianischer Baukunst erstahlt in neuem Glanz und bietet einen reizvollen Blick auf den Park und die Umgebung.
Vom Belvedere aus führt Sie ein Weg süd- bzw. talwärts über die befahrene Maulbeerallee wieder in den Park Sanssouci zum Neuen Palais. Das Schloss ist die umfangreichste und prunkvollste baukünstlerische Schöpfung des 18. Jahrhunderts in Sanssouci mit reich ausgestatteten Festsälen und Galerien. Empfohlen sei die etwa einstündige Führung.
Das Neue Palais liegt am Ende der Hauptallee, die den Park in ost-westlicher Richtung durchläuft. In der Ferne sehen Sie die Hauptfontäne, die unterhalb der Weinbergterrassen von Schloss Sanssouci in die Höhe springt. Folgen Sie diesem Weg eine Weile und genießen Sie die sich bietenden Parkbilder.
Machen Sie einen Abstecher zu dem rechts von der Hauptallee gelegenen und in goldenem Glanz strahlenden Chinesischen Haus. Gezeigt wird Meißener und ostasiatisches Porzellan.
Folgen Sie anschließend wieder der Hauptallee oder dem asphaltierten Ökonomieweg, bis Sie zum Parterre und zur Hauptfontäne vor Schloss Sanssouci gelangen. Hier schließt sich der Kreis und Ihr Rundgang ist beendet.
Park Sanssouci – Rundgang Friedrich Wilhelm IV. (1795–1861)
Der Rundgang beginnt am Orangerieschloss, einem der Lieblings-Bauprojekte dieses architekturversessenen Königs. Die Vollendung der Orangerie, die auch heute noch der Überwinterung Hunderter südländischer Kübelpflanzen dient, erlebte der König nicht mehr. Das Highlight dieses Schlosses ist der Raffael-Saal mit zahlreichen Kopien nach Werken Raffaels. Das Schloss ist ausschließlich mit Führung zu besichtigen, für die Sie ca. 40 Minuten einplanen sollten. Zum Besuch des Orangerieschlosses gehört das Erklimmen des Aussichtsturmes. Der Blick über den Park und die Stadt entschädigt für die 120 Treppenstufen.
Vom Orangerieturm ist bereits ein Teil der nächsten Wegstrecke zu sehen. Überqueren Sie die Maulbeerallee und gehen Sie zur Hauptallee des Parks. Dort angekommen, wenden Sie sich zum Neuen Palais. Links taucht bald Schloss Charlottenhof auf, das Kronprinzenschloss Friedrich Wilhelms. Es gilt als eines der Hauptwerke Karl Friedrich Schinkels. Durchqueren Sie den von Peter Joseph Lenné angelegten Park Charlottenhof, der jenseits des asphaltierten Ökonomieweges beginnt. Sie erreichen das Schloss Charlottenhof an der Nordseite. Alle 30 Minuten wird hier eine Führung durch das Schloss angeboten, für die 30 bis 40 Minuten eingeplant werden sollten. Zu besichtigen sind die originalen Innenräume wie die Schreibkabinette des Kronprinzenpaares und das berühmte Zeltzimmer.
Der nächste Programmpunkt ist der Besuch des malerischen Gebäude-Ensembles der Römischen Bäder. Es ist eine Kombination aus italienischem Landhaus, antiker Villa und antikem Tempel.
Wer ein spektakuläres Beispiel für die Architekturauffassung Friedrich Wilhelms IV. in Verbindung mit der Technikbegeisterung dieses Königs vorgeführt bekommen möchte, sollte sich eine Besichtigung des Dampfmaschinenhauses nicht entgehen lassen. Es liegt ein Stück außerhalb des Parks an der Neustädter Havelbucht. Rechnen Sie für diese Extra-Route ca. 1,5 Stunden ein. Verlassen Sie den Park durch das sogenannte Kuhtor an der Lennéstraße. Folgen Sie der Straße bis zur Gabelung Feuerbachstraße, um an deren Ende nach ca. 10 bis 15 Minuten zur Zeppelinstraße zu gelangen. Dort sehen Sie bereits das Dampfmaschinenhaus, das im Stil einer Moschee erbaut wurde. Die Innengestaltung orientiert sich an maurischen Moscheen. Hier ist eine 80-PS-Dampfmaschine untergebracht, die 1840–42 von der Firma Borsig konstruiert wurde und die im Verlauf der 20-minütigen Führung in Bewegung versetzt wird. Mit dieser Dampfmaschine wurde der Betrieb der Hauptfontäne vor Schloss Sanssouci, die Friedrich II. anlegte, ermöglicht.
Nach der Besichtigung der "Moschee" folgen Sie der Zeppelinstrasse stadteinwärts zum Luisenplatz. An dessen Westseite führt die Allee nach Sanssouci zurück in den Park. Am Haupteingang des Parks, dem Grünen Gitter, befindet sich die nach Entwürfen Friedrich Wilhelms IV. in den Jahren 1844–1854 nach italienischem Vorbild erbaute Friedenskirche, die besichtigt werden kann. Hier befindet sich die Grabstätte Friedrich Wilhelms IV. und Königin Elisabeths. Durch den Marlygarten geht man anschließend in Richtung Schloss Sanssouci.
Wer dem Abstecher zum Dampfmaschinenhaus nicht folgen möchte, geht von den Römischen Bädern direkt zur Friedenskirche und nimmt anschließend den gleichen Weg in Richtung Schloss Sanssouci.
Die letzte Etappe des Rundganges ist die Besichtigung der von Friedrich Wilhelm IV. angefügten Seitenflügel von Schloss Sanssouci, des Damenflügels und der Schlossküche. Der Damenflügel, in dem die Gästezimmer der Hofdamen untergebracht waren, gibt einen interessanten Einblick in die adlige Wohnkultur des 19. Jahrhunderts. Die Schlossküche vermittelt einen Eindruck von der Koch- und Küchenkultur dieser Zeit und lockt mit einem spannenden Museumsshop.
Mit dem Besuch des Normannischen Turms auf dem Ruinenberg, mit dem Friedrich Wilhelm IV. das Ruinen-Arrangement Friedrichs des Großen ergänzte, endet der Rundgang.
|