Zukunftspläne für das Potsdamer Kaiserschloss

Untersuchungen zur Baugeschichte von Schloss Babelsberg

Nach den Schlössern Glienicke und Charlottenhof für Prinz Karl und Kronprinz Friedrich Wilhelm (IV.) war Schloss Babelsberg das dritte "Prinzenschloss", das in der Potsdamer Kulturlandschaft nach den Plänen Karl Friedrich Schinkels entstand. Ursprünglich nur als kleines "Cottage" gedacht, wuchs es zu einem romantischen Burgenschloss nach englischem Vorbild an, in dem sich Prinz Wilhelm (I.) und Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar einrichteten. Das Schloss beeinflusste zahlreiche Schlösser, Herrenhäuser und Villen weit über Potsdam hinaus. Nach Plänen von Ludwig Persius wurde das Schloss erweitert und von Johann Heinrich Strack eingerichtet. Die Ausführung lag bei Martin Gottgetreu, auf den auch einige spätere Veränderungen zurückgehen.

Auch nach der Kaiserproklamation 1871 blieb das Schloss bis zum Tode Kaiser Wilhelms I. der Sommeraufenthalt des Kaiserpaares. Im jungen Kaiserreich kam dem Schloss nach 1888 eine memoriale Bedeutung zu. Die Einfachheit der kaiserlichen Schlossräume wurde dabei oft der neureichen Prunksucht entgegehalten.

Die Untersuchungen zur Baugeschichte von Schloss Babelsberg erfolgen im Rahmen der baudenkmalpflegerischen und restauratorischen Wiederherstellung von Schlossbau und Ausstattung. Ziel ist es, alle verfügbaren Quellen und Unterlagen zu erschließen und auszuwerten. Neben den funktions- und architekturgeschichtlichen Aspekten wird auch die Rezeptionsgeschichte des Kaiserschlosses untersucht, die nicht nur zur Kaiserverehrung, sondern auch zur Zerstörung von Ausstattung und Parkbauten in Babelsberg führte.

Bearbeiter

Stefan Gehlen

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