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UNESCO Welterbe

  Prinz Carl von Preußen

* 29.06.1801 im Schloss Charlottenburg in Berlin
† 21.01.1883 im Palais am Wilhelmplatz in Berlin
Begräbnisstätte: Gruft von St. Peter und Paul in Berlin-Wannsee

Prinz Carl von Preußen<br>Gemälde von Franz Krüger
Prinz Carl von Preußen
Gemälde von Franz Krüger

Eheschließung: 26.05.1827 mit Prinzessin Maria Luise Alexandrine von Sachsen-Weimar-Eisenach (1808–1877)
3 Kinder: Friedrich Karl (1828–1885), Luise (1829–1901), Anna (1836–1918)

Prinz Carl wurde am 29. Juni 1801 als drittältester Sohn von Königin Luise und Friedrich Wilhelm III. geboren. Nach den unruhigen, von Flucht vor den Truppen Napoleons und dem frühen Tod der Mutter gekennzeichneten ersten Lebensjahren, entwickelte sich der Prinz unter der Obhut seines Erziehers Freiherr Menu von Menutoli zu einem versierten Kunstkenner. Unter der Anleitung des Historikers und erfahrenen Archäologen begann Carl, eine beachtliche Antiken- und Mittelaltersammlung anzulegen.

Mit den erworbenen Skulpturen und Reliefs, den Bruchstücken antiker Säulen, Sarkophagteilen und Mosaiken gestaltete er seine Sommerresidenz Glienicke zu einem auch in der Fachwelt beachteten Sammlungssitz. Carl hatte noch vor seinen beiden älteren Brüdern Friedrich Wilhelm (IV.) und Wilhelm (I.) ein eigenes Sommerschloss erhalten. Am 1. Mai 1824 erwarb er im Alter von 22 Jahren das Landgut Glienicke an der Chaussee zwischen Berlin und Potsdam. Das gemeinsam mit Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné geschaffene Schloss- und Parkensemble ist Lebenswerk und Vermächtnis des Prinzen. Glienicke ist gleichsam zum Abbild seiner persönlichen Neigungen und Leidenschaften geworden, denen er sich mangels politischer Aufgaben voll und ganz widmen konnte.

Anregungen zur Gestaltung der ausgedehnten Anlage mit Haupt- und zahlreichen Nebengebäuden erhielt Prinz Carl auf seinen Italienreisen. Elf mal überquerte er die Alpen. 1877, nach dem Tod seiner Gemahlin, Prinzessin Maria von Sachsen-Weimar, reiste er sogar bis nach Nordafrika. Aus Karthago brachte er antike Mosaiken mit, die noch heute den Fußboden der Kleinen Neugierde im Park von Glienicke schmücken.
Eben so oft wie nach Italien reiste Carl nach Russland, wo er seine Schwester Charlotte, Gemahlin Nikolaus I., besuchte. Dem russischen Zarenhaus fühlte sich der konservativ gesinnte Prinz besonders verbunden.

Keinerlei Übereinstimmung sowohl in außen- als auch in innenpolitischen Fragen gab es zwischen ihm und seinem Bruder Wilhelm. Als dieser 1861 den Thron bestieg, zog sich Carl vom Hof zurück und trat auch bei offiziellen Anlässen kaum noch in Erscheinung. Prinz Carl starb 81jährig am 21. Januar 1883 in seinem Stadtpalais am Wilhelmplatz.

 
 

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