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* 22.10.1858 im Schloss zu Dolzig (Niederlausitz)
† 11.04.1921 in Huis Doorn (Niederlande)
Begräbnisstätte: Antikentempel vor dem Neuen Palais im Park von Sanssouci
1. Gemahlin Kaiser Wilhelms II.
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Auguste Victoria Gemälde von Heinrich von Angeli |
Auguste Victoria Luise Feodora Jenny war die älteste Tochter Herzog Friedrichs VIII. von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg und seiner Gemahlin Adelheid von Hohenlohe-Langenburg. Mit ihren Geschwistern verbrachte sie eine ruhige Kindheit in Dolzig und später in Kiel, wo der Vater 1864–1866 die Regierung übernommen hatte. Nach dem Sieg über Dänemark musste er sein Land an Preußen abtreten und lebte mit der Familie abwechselnd in Gotha und dem Schloss von Primkenau/Kreis Sprottau im Exil, das seit 1853 seinem Vater, dem Herzog Christian August gehörte.
Der Konfirmation Auguste Victorias 1875 folgten Reisen in das südliche Frankreich und nach England. Ihre am 14. Februar 1880 in Gotha erfolgte Verlobung mit Prinz Wilhelm von Preußen, dem ältesten Sohn des künftigen Kaisers Friedrichs III. und seiner englischen Gemahlin Victoria, wurde am 2. Juni 1880 offiziell bekanntgegeben. Die glanzvolle Vermählungsfeier fand am 27. Februar 1881 im Berliner Schloss statt. Mit der Heirat, die Reichskanzler Otto von Bismarck wohlwollend förderte, sollten zugleich auch die alten, aus dem dänischen Krieg herrührenden Spannungen zwischen Preußen und Holstein beseitigt werden. Auguste Victoria schenkte sieben Kindern, sechs Prinzen und einer Prinzessin, das Leben. Dem 1882 geborenen Kronprinzen Wilhelm folgten 1883 Eitel Friedrich und 1884 Adalbert; 1887 und 1888 kamen August Wilhelm und Oskar zur Welt, 1890 wurde Joachim und 1892 Victoria Luise, die einzige Tochter, geboren. Seit der Regierungsübernahme ihres Ehemannes Wilhelms II. im Dreikaiserjahr 1888 entwickelte sie sich zu einer Landesmutter im tiefsten Sinn des Wortes. Streng religiös eingestellt, sorgte sie sich um ihre Familie, vor allem aber engagierte sie sich auf sozialem und kirchlichem Gebiet für die ärmeren Schichten der Bevölkerung. 1884 übernahm sie das Protektorat des Elisabeth-Kinder-Hospitals in Berlin, sie förderte die Berliner Stadtmission und stiftete 1888 den Evangelisch-kirchlichen-Hilfsverein, aus dem 1897 die Evangelische Frauenhülfe hervorging. Gefährdete Mädchen wurden im Zufluchtshaus Elberfeld betreut; ihre besondere Aufmerksamkeit galt jedoch der Säuglingspflege.
Seit 1890 ließ sie als Protektorin des Kirchbauvereins zahlreiche neue Kirchen im Deutschen Reich, darunter 40 in Berlin, errichten. Die bekannteste ist die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, in deren Vorhalle herausragende Hohenzollernherrscher und ihre Gemahlinnen, darunter auch Auguste Victoria, im Mosaikbildnis dargestellt sind. Insgesamt spendete allein das Kaiserhaus 4 Millionen Goldmark für Kirchenbauten in Deutschland.
Seit der Palästinareise des Herrscherpaares 1898 erhob sich über Gethsemane am Ölberg auch die segensreich wirkende Kaiserin Auguste Victoria-Stiftung. Diese Hilfe verband die Kaiserin mit den sozialen Bestrebungen Friedrich von Bodelschwinghs und ihres nicht unumstrittenen Hofpredigers Adolf Stöcker.
An seiner innerlich ausgeglichenen Gattin fand der Kaiser in schweren Gemütskrisen Halt, vor allem nach der Daily Telegraph-Affäre 1908.
Im Neuen Palais von Sanssouci hielt sich Auguste Viktoria besonders gerne auf, dort sind ihre ehemaligen Wohnräume heute noch zu besichtigen.
Nach dem Ersten Weltkrieg verließ sie am 27. November die Heimat, um am folgenden Tag bei ihrem Gemahl im holländischen Exil einzutreffen. Von einer freiwilligen Auslieferung des Kaisers an die Siegermächte wollte sie nichts wissen.
Im Mai 1920 bezog sie Huis Doorn, das Wilhelm II. mit Einrichtungsgegenständen aus seinen ehemaligen Schlössern in Berlin und Potsdam ausgestattet hatte. Dort starb die letzte Kaiserin nach schwerer Krankheit 63jährig. Bei ihrer Beisetzung im Potsdamer Antikentempel vor dem Neuen Palais am 19. April 1921 bezeugten noch einmal Hunderttausende die Beliebtheit der letzten Kaiserin.
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