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* 21.11.1840 im Buckingham Palace in London
† 05.08.1901 in Kronberg (Taunus)
Gemahlin Kaiser Friedrichs III.
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Kronprinzessin Victoria Gemälde von Heinrich von Angeli |
Kronprinz Friedrich Wilhelm und Kronprinzessin Victoria |
Die im Londoner Buckingham Palace geborene Victoria Adelaide Mary Louise war das älteste Kind der Königin Victoria von Großbritannien und Irland und des Prinzgemahls Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Von früher Kindheit an führte sie den Titel "Princess Royal", der ihr als erstgeborener Tochter der Monarchin zukam und sie zur Thronerbin bestimmte, falls kein männlicher Nachkomme am Leben blieb. Von Hause aus erhielt Viktoria von sorgfältig ausgesuchten Lehrern eine umfassende kosmopolitische Ausbildung.
1851 begegnete die 11jährige dem 19jährigen preußischen Prinzen Friedrich Wilhelm, der sich, ihrer Zuneigung sicher, 1855 entschloss, das junge Mädchen zu heiraten. Bei dem königlichen Elternpaar hielt der Prinz um Viktorias Hand an. Die Eltern willigten ein; die aufwändige Hochzeit fand am 25. Januar 1858 in der Kapelle des Londoner St. James Palace in Anwesenheit des preußischen Thronfolgerpaares und des gesamten englischen Hofs statt.
In Großbritannien wie in Preußen stieß die Heirat jedoch nicht auf ungeteilte Zustimmung. Die englische Presse spottete über die politische Rückständigkeit Preußens und die traditionsarme Hohenzollerndynastie, während der spätere Ministerpräsident und Reichskanzler Otto von Bismarck schon damals prophezeite: "... gelingt es ihr, die Engländerin zu Hause zu lassen und Preußin zu werden, so wird sie ein Segen für das Land sein."
Mit der sicheren Erwartung, eines Tages zu Macht und Einfluss zu gelangen, kam Victoria am 6. Februar 1858 nach Potsdam. Zwei Tage später folgte ihr feierlicher Einzug in Berlin, wo das Paar im Schloss seine erste Wohnung nahm. Im Mai folgte die Übersiedlung nach Babelsberg in das Sommerschloss Wilhelms und Augustas, dort wurden sie von Königin Victoria und Prinz Albert besucht. Am 20. November 1858 schließlich bezogen sie das umgebaute Kronprinzenpalais Unter den Linden als ständigen Wohnsitz in Berlin, während das Neue Palais von Sanssouci ab 1859 und das Krongut Bornstedt ab 1867 als bevorzugter Sommeraufenthalt dienten.
Nach der schweren Geburt ihres ältesten Sohnes, des späteren Kaisers Wilhelms II. 1859, folgten mit Charlotte 1860, Heinrich 1862, Sigismund 1864, Victoria 1866, Waldemar 1868, Sophie 1870 und Margarethe 1872 weitere Kinder, von denen allerdings die Prinzen Sigismund und Waldemar früh starben.
1861 hatte Friedrich Wilhelms Vater als König Wilhelm I. den preußischen Thron bestiegen. Dem Kronprinzenpaar, das sich durch vielfältige Begabungen für eine segensreiche Regierung prädestiniert glaubte, schien sich eine glänzende Zukunft zu eröffnen. Statt dessen folgte eine fast 30jährige entnervende Wartezeit, da König Wilhelm, der 1871 auch zum ersten deutschen Kaiser proklamiert wurde, erst 91jährig 1888 starb.
In diesen Jahren engagierte sich die Kronprinzessin auf künstlerischem, pädagogischen und sozialen Gebiet: 1867 wirkte sie bei der Gründung des Berliner Kunstgewerbemuseums mit. Sie setzte sich für die Frauenbildung und die Schaffung öffentlicher Spielplätze ein. 1866 übernahm sie das Protektorat für den Berliner Lette-Verein, einer Einrichtung zur "Förderung der Erwerbstätigkeit der Frau" nach englischem Vorbild. Vor allem lagen ihr jedoch Reformen des Gesundheitswesens und der Krankenschwestern-Ausbildung am Herzen. Sie gründete ein Heim für ausländische Erzieherinnen und Gouvernanten sowie ein Haus für mittellose Töchter höherer Stände als Unterkunft während ihrer Berufsausbildung. Es folgte die "Victoria-Fortbildungsschule für Mädchen aus der arbeitenden Klasse" und das "Feierabendhaus" für dienstunfähige Lehrerinnen. 1877 entstand das Pestalozzi-Fröbel Haus, 1884 wurde der "Verein für häusliche Gesundheitspflege" ins Leben gerufen und der "Verein Victoriahaus für Krankenpflege" gegründet.
Als Friedrich III. am 9. März 1888 endlich Kaiser wurde, litt er bereits an unheilbarem Kehlkopfkrebs und regierte nur 99 Tage. Aller Hoffnungen und ihres Glückes beraubt, noch ehe sie das 50. Lebensjahr erreicht hatte, nannte sie sich zum Gedenken an ihren am 15. Juni 1888 verstorbenen Gemahl fortan Kaiserin Friedrich.
Am preußischen Hof unerwünscht - das Verhältnis zu ihrem ältesten Sohn und Nachfolger Kaiser Wilhelm II. war äußerst problematisch - musste sie das Potsdamer Neue Palais und Berlin verlassen und verlegte ihren Wohnsitz nach Kronberg im Taunus, wo sie 60jährig an den Folgen einer langen schweren Krebserkrankung starb. Nach Potsdam überführt, ruht sie heute im Mausoleum an der Friedenskirche im Park Sanssouci neben ihrem Gemahl und den beiden früh verstorbenen Söhnen.
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