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Zweite Gemahlin König Friedrich Wilhelms II. von Preußen
geb.: 16.10.1751 in der "Burg-Freiheit" zu Prenzlau (Uckermark)
gest.: 25.02.1805 im Schloß Monbijou in Berlin
Begräbnisstätte: Dom zu Berlin
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Friederike Luise Gemälde von Josef Friedrich August Darbes |
Friedrike Luise war eine von fünf Töchtern Landgraf Ludwigs IX. von Hessen-Darmstadt und seiner Gemahlin Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken. Friederike Luise war keine Schönheit, aber gutmütig, von robuster Gesundheit und durch ihre Mutter umfassend erzogen worden. Als Friedrich der Große für seinen Neffen, den Thronfolger Friedrich Wilhelm (II.), um ihre Hand anhielt, war man am Darmstädter Hof hoch geehrt. Gleichzeitig aber hatte man auch das Schicksal der geschiedenen ersten Gemahlin des Prinzen von Preußen vor Augen und kannte sein Verhältnis zur jungen Wilhelmine Encke, deren gesellschaftlicher Aufstieg von der leidenschaftlichen Geliebten zur lebenslänglichen Vertrauten 1794 mit der Erhebung zur Gräfin Lichtenau vollendet werden sollte. Trotz dieser Bedenken wurde das Brautpaar am 14. Juni 1769 in der Charlottenburger Schlosskapelle durch Konsistorialrat August Friedrich Wilhelm Sack, der 1765 auch die erste Ehe Friedrich Wilhelms eingesegnet hatte, getraut.
Anfangs noch voller Hoffnung, ihrem Gemahl wenigstens eine gute Gefährtin zu sein, musste sich Friederike wegen der amourösen Abenteuer Friedrich Wilhelms II. - neben Wilhelmine Encke unterhielt dieser zahlreiche Liebschaften und führte noch zwei legitimierte morganatische Verbindungen - mit einer "Schattenehe" abfinden. Erfüllung fand die Königin in der Beschäftigung mit ihrer Familie, der ihre treue Fürsorge galt. Am 3. August 1770 schenkte sie einem Sohn das Leben; als Friedrich Wilhelm III. sollte er seinem Vater nachfolgen. Über die Geburt dieses Großneffen freute sich insbesondere Friedrich der Große, der schon befürchtet hatte, die Dynastie werde aussterben. Er übernahm die Patenschaft und kümmerte sich auch um die weitere Erziehung des Knaben, den er in seinem Sinne zu beeinflussen suchte. Dem Kronprinzen folgten bis 1783 noch drei Brüder und drei Schwestern, die sich ebenfalls der königlichen Zuwendung sicher sein konnten und bei der Mutter in Schloss Monbijou aufwuchsen.
Friederike Luises häufige Klagen über die wachsende Entfremdung ihres Gemahls beantwortete die kluge hessische Landgräfin mit guten Ratschlägen; sie solle ihren Missmut nie offen zeigen und auch mehr Sorgfalt auf ihr Äußeres verwenden. Das skurrile Erscheinungsbild ihrer Tochter, die in ständiger Gespensterfurcht lebend die Nacht zum Tage gemacht haben soll, war aber auch der Mutter nicht verborgen geblieben. Nach ihrem Tod 1774 und dem Ableben Friedrichs des Großen 1786 besaß Friederike Luise keine Fürsprecher mehr. Die Demütigungen seitens des Königs gipfelten nun in zwei kurz nacheinander geschlossenen Ehen zur linken Hand mit Julie von Voß und der Gräfin Dönhoff, zu denen sie als Königin notgedrungen ihre Zustimmung geben musste, die sie aber auch von finanziellen Zuwendungen abhängig zu machen wusste.
Abstand von den höfischen Intrigen fand sie während der regelmäßigen Sommeraufenthalte in Bad Freienwalde, das sie 1788 erstmals besucht hatte. Fast 15 Jahre prägte sie das gesellschaftliche Leben des kleinen Städtchens und trug damit wesentlich zu seinem wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung bei. Dort ließ sich Friederike Luise nach dem Tod ihres Gemahls ab 1797 eine standesgemäße Unterkunft mit entsprechenden Nebengebäuden errichten. Die Kosten des 1798 - 1799 unter Mitwirkung David Gillys errichteten Sommerschlösschens beliefen sich auf 20.600 Reichsthaler. In Freienwalde unterhielt Friederike Luise ein bescheidenes Hofleben und soll in verschiedenen Künsten dillettiert haben. Überliefert sind Opern- und Schauspielaufführungen im Pavillon, dem sogenannten Teehäuschen sowie Konzerte und Gartenfeste. Eine besondere Freude war stets der Besuch ihrer Kinder und Enkel.
54-jährig starb sie am 25. Februar 1805 an den Folgen eines Schlaganfalls und fand ihre letzte Ruhe in der Gruft des Berliner Doms.
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