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UNESCO Welterbe

  Elisabeth Ludovika von Bayern

Gemahlin Friedrich Wilhelms IV. von Preußen
*: 13.11.1801 in der Residenz zu München
>: 14.12.1873 im Schloss zu Dresden
Begräbnisstätte: Friedenskirche in Potsdam

Königin Elisabeth,<br>Gemälde von Karl Wilhelm Wach
Königin Elisabeth,
Gemälde von Karl Wilhelm Wach

Elisabeth Ludowika bildete mit ihrer Schwester Amalie, die 1823 König Johann von Sachsen heiratete, das erste Zwillingspaar aus der zweiten Ehe Kurfürst Maximilians IV. Joseph aus der Linie Pfalz-Zweibrücken und seiner Gemahlin Caroline Friederike von Baden. 1805 folgten die Zwillinge Sophie, spätere Gemahlin Erzherzogs Franz von Österreich und Mutter Kaiser Franz Josephs sowie Marie, die Friedrich August II. von Sachsen ehelichte. Die fünfte und jüngste der berühmten bayerischen Schwestern war Prinzessin Ludowika, die sich mit Herzog Max in Bayern vermählte und Elisabeth, der zukünftigen Kaiserin von Österreich, das Leben schenkte.

Elisabeth, wuchs in der toleranten Atmosphäre des Wittelsbacher Fürstenhauses auf. Ihr Vater, seit 1806 König Maximilian I. Joseph von Bayern, war wegen seiner schlichten, nahezu bürgerlichen Lebensführung beim Volk sehr beliebt. Er ließ seinen zehn Kindern - vier aus der ersten Ehe, darunter der künftige König Ludwig I. von Bayern - Wissensbildung vermitteln, sie aber auch zu freien Menschen erziehen. Elisabeth und ihre Schwestern wurden dem Archäologen und ehemaligem Theologen Friedrich Thiersch anvertraut, der sie Literatur, Geschichte und Geographie lehrte. Behütet von fürsorglichen Eltern erlebte die Prinzessin mit ihren Geschwistern in Nymphenburg und Tegernsee eine harmonische Jugendzeit.

Ihren zukünftigen Mann, den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm, lernte Elisabeth in Baden-Baden kennen, wo die bayerische Königsfamilie zur Kur weilte. Allerdings galt es vor einer Eheschließung noch die Einwände des preußischen Königs Friedrich Wilhelms III. zu überwinden, der den Übertritt der katholischen Prinzessin zum evangelischen Glauben gefordert hatte. Nur unter der Voraussetzung, dass Elisabeth nach der Eheschließung möglichst umgehend öffentlich ihren Übertritt vollziehe, gab der König schließlich seine Zustimmung. Am 16. November 1823 wurde die Prinzessin nach katholischem Ritus per procurationem in der Hofkapelle der Münchener Residenz getraut. Ende November traf sie in Berlin ein. Am 29. November wurde das Brautpaar von Bischof Eylert in der Schlosskapelle getraut. Elisabeth sollte von Anbeginn die Rolle der ersten Dame am preußischen Hof übernehmen.

Die junge Kronprinzessin erfüllte ihre Aufgaben im Familienkreis gewissenhaft und mit äußerstem Takt, ihr ruhiges und verbindliches Wesen wirkte ausgleichend auf die unterschiedlichen Temperamente der einzelnen Verwandten. Offensichtlich führte jedoch ihre all zu große Zurückhaltung in der Öffentlichkeit dazu, dass sie weder besonders beliebt noch populär wurde. Ihr labiler Gesundheitszustand - immer wieder litt sie an schweren Erkältungen - zwang sie zu häufigen Kuren in Bad Ems und Bad Ischl. Oft besuchte sie ihre Familie in Tegernsee oder weilte bei der Schwester in Dresden. Eine leichte Gehbehinderung - ein angeborener Hüftfehler - wusste sie geschickt zu verbergen.

Den Sommer pflegte das Kronprinzenpaar in Potsdam zu verbringen, 1825 schenkte ihnen der König den von Schinkel entworfenen Charlottenhof, der zum Lieblingsaufenthalt Elisabeths wurde. Um ihre Sehnsucht nach der bayerischen Heinat zu mildern, überraschte sie ihr Gemahl 1847 mit einer Berghütte im alpenländischen Landhausstil, die er im nahegelegenen Wildpark errichten ließ. Trost und Hilfe in schwierigen Lebenslagen fand sie weiterhin in der Religion. Auch nachdem sie am 5. Mai 1830 zur Freude des Königs ihre Konversion vollzogen hatte, wurde ihr immer wieder nachgesagt, sie sei heimlich Katholikin geblieben und beeinflusse ihren Gemahl in dieser Richtung; Gerüchte, die der Wahrheit völlig entbehrten. Großen Kummer bereitete ihr sicher ihre Kinderlosigkeit. Ersatz schien sie im sozialen Engagement und in der Fürsorge um Waisen- und Armenkinder zu finden, einer Aufgabe, der sie sich besonders seit 1840 als Königin widmete. Politisch setzte sie sich für die Erhaltung der engen Freundschaft zwischen Preußen und Österreich ein. Während der Revolution von 1848/1849 begann sie, den König im Sinne der konservativen Gruppierung um die Brüder Gerlach zu beeinflussen, da sie gleichfalls jede Minderung der königlichen Autorität ablehnte. Ab 1856 kümmerte sie sich intensiv um ihren schwer kranken Gemahl.

Nachdem der Bruder des Königs, Wilhelm, 1858 die Regierung übernommen hatte, reiste sie mit dem todkranken Friedrich Wilhelm IV. nach Italien, seinen Wunsch erfüllend, Silvester und Neujahr in Rom zu erleben und den Papst zu sprechen. Seit dem Sommer 1859 lebten beide in Potsdam, am 2. Januar 1861 starb Friedrich Wilhelm IV. Nach seinem Tod lebte Elisabeth zurückgezogen im Schloss Sanssouci; die Wintermonate hielt sie sich regelmäßig in Charlottenburg auf, das sich während der Revolution von 1848 im Gegensatz zu Berlin als königstreu erwiesen hatte. Insbesondere widmete sie sich nun der Wohlfahrtspflege, sorgte sich um das Gardegrenadier-Regiment Nr. 3, dessen Chef sie war. Während eines Besuchs bei ihrer kürzlich verwitweten Schwester Amalie starb sie 72jährig in Dresden. Beigesetzt wurde sie neben ihrem Gemahl in der Gruft der Potsdamer Friedenskirche im Schlosspark Sanssouci.

 
 

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