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UNESCO Welterbe

  Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern

* 08.11.1715 im Bervernschen Schloss zu Wolfenbüttel
† 13.01.1797 im Schloss zu Berlin
Begräbnisstätte: Dom zu Berlin

Gemahlin König Friedrichs II. von Preußen, des Großen

Elisabeth Christine um 1740<br>Gemälde von Antoine Pesne
Elisabeth Christine um 1740
Gemälde von Antoine Pesne

Elisabeth Christine war die älteste Tochter Herzog Ferdinand Albrechts II. von Braunschweig-Bevern und seiner Gemahlin Antoinette Amalie von Braunschweig-Wolfenbüttel. Sie wuchs mit ihren elf Geschwistern in bescheidenen aber harmonischen Verhältnissen auf und erhielt von der Mutter, mehreren Lehrern, Gouvernanten und Theologen eine gediegene, aber keinesfalls umfassend-systematische Erziehung. Ihrer Verlobung mit dem preußischen Kronprinzen Friedrich (II.) am 10. März 1732 im Berliner Schloss waren handfeste politische Überlegungen der Väter des jungen Paares vorausgegangen. Der Beverner Herzog teilte nicht nur die Vorliebe Friedrich Wilhelms I. für alles Militärische, sondern war auch über seine Gemahlin eng mit dem Habsburger Kaiser Karl VI. verwandt, wodurch die Allianz mit Wien sicher zu sein schien.

Die Ehe-Anbahnung war wider alle Natur, wider die Liebe und die Leidenschaften. "Man will mich mit Stockschlägen verliebt machen", klagte Kronprinz Friedrich bitter über die Pläne seines Vaters, der das Äußere der Braut mit den Worten "nicht hässlich, auch nicht schön" und ihre inneren Werte mit dem Ausdruck "gottesfürchtig" preußisch knapp umriss. Elisabeth Christine wirkte gehemmt, schüchtern und zurückhaltend. Sie wusste, dass sie in Preußen hohe Erwartungen zu erfüllen hatte, dass aller Augen auf ihr ruhten und ihr Verhältnis zu Friedrich beobachtet würde, nachdem sein Schicksal – die Auflehnung gegen den Vater, der gescheiterte Fluchtversuch mit Katte und die Verbannung in Küstrin – an den Fürstenhöfen für Gesprächsstoff gesorgt hatten. Voraussetzung für die Rückkehr des Kronprinzen nach Berlin war die Einwilligung zur Hochzeit, die am 12. Juni 1733 in Salzdahlum bei Braunschweig glanzvoll gefeiert wurde.

Die ersten Ehejahre verbrachten Friedrich und Elisabeth Christine gemeinsam in Rheinsberg. Das Auftreten der Kronprinzessin wurde sicherer, sie bewunderte ihren Mann und genoss es, in seinem Freundeskreis lebhaften Gesprächen über Kunst und Philosophie zu lauschen. Die Rheinsberger Idylle endete 1740 mit dem Tod Friedrich Wilhelms I. und dem Regierungsantritt Friedrichs II. Der König lebte fortan getrennt von seiner Gemahlin; er bevorzugte in Potsdam Sanssouci, während sie im Berliner Schloss wohnte und Schönhausen als Sommersitz und spätere ständige Residenz erhielt. Da sie nicht hoffen durfte, Mutter eines Thronfolgers zu werden, begann sie sich auf die veränderten Umstände einzustellen und ihrem Leben neue Inhalte zu geben. So empfing sie in Schönhausen Besucher, u.a. auch Voltaire, gab Empfänge, lud zur Tafel und zu Gesprächen, veranstaltete Konzerte und widmete sich der Malerei sowie dem Verfassen religiös-moralischer Erbauungsschriften und der Lektüre deutscher und französischer Literatur, u. a. Werke von Spalding und Gellert.

Das Königspaar traf sich nur noch bei offiziellen Anlässen und gesellschaftlichen Ereignissen. Friedrich schloss Elisabeth Christine aus seinem öffentlichen und privaten Leben vollkommen aus. Er strafte sie nicht allein durch Ignoranz, sondern auch durch Demütigungen und Erniedrigungen, denen sie in ihrer Duldsamkeit, Resignation und Loyalität nicht auszuweichen wusste.

Nach den Verwüstungen Schönhausens im Siebenjährigen Krieg ließ sie das Schloss großzügig umbauen und prachtvoll ausstatten. Trotzdem stand ihr Hof bald im Ruf erbarmungswürdiger Langeweile. Ihr Kammerherr Graf Lehndorff erinnerte sich an Gesellschaften, auf denen sie laut spricht, obwohl sie nichts zu sagen hat.

Nach dem Tod Friedrichs des Großen 1786, der sie immerhin in seinem Testament finanziell und materiell abgesichert hatte, wurde Schönhausen zum eigentlichen Mittelpunkt der königlichen Familie. Bis zu ihrer letzten Krankheit geistig rege, auf kulturellem Gebiet tätig und sozial sehr engagiert – sie ermöglichte zahlreichen jungen Kossätenpaaren (Kossäten= Kleinbauern) durch finanzielle Zuwendung die Eheschließung und den Erwerb von Ackerland – starb sie 81jährig in Ergebenheit und Dankbarkeit für die Güte Gottes. Ihre letzte Ruhestätte fand sie im Berliner Dom, wie sie es sich gewünscht hatte.

 
 

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