Als der ehemalige Monarch im Juni 1941 in seinem niederländischen Exil in Huis Doorn verstarb, hinterließ er eine bedeutende Sammlung von mehr als 12.000 historischen Fotografien. Eine Vielzahl dieser Aufnahmen kann heute im Museum von Huis Doorn besichtigt werden. Der größere Teil ist jedoch aus konservatorischen Gründen für eine dauerhafte Präsentation nicht geeignet und befindet sich im Doorner Fotoarchiv. Es enthält einige tausend Fotografien, etwa einhundert Fotoalben, ca. 250 Autochrome (kolorierte Glasplattenstereofotos) sowie eine Sammlung von 23 Ordnern mit 2.400 Fotografien, die die Aktivitäten des Kaisers während des Ersten Weltkrieges dokumentieren.
Eine Auswahl von 210 Fotografien und 20 Alben sind nun erstmals seit 1918 wieder in Deutschland zu sehen. Zusätzlich werden 20 Fotografien aus den Beständen der Stiftung Preußiche Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ergänzend gezeigt.
Die ein Jahrhundert umfassende Fotogeschichte der kaiserlichen Sammlung gliedert sich in zehn Ausstellungskapitel. Die ersten Kapitel befassen sich mit der frühen Fotografie, gezeigt werden seltene Kinder- und Jugendporträts des Kaisers aus den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts. Den größten Raum nehmen Fotografien ein, die Wilhelm II. in verschiedenen Uniformen von Regimentern zeigen, deren Ehrenoberst er war. Darüber hinaus werden Aufnahmen von Paraden, Empfängen, festlichen Anlässen und Einweihungen ausgestellt.
Etwa die Hälfte der Fotografien verfügt noch über die originalen Rahmen, einige von ihnen sind mit dem Namenszug des Kaisers versehen und gelten daher als besonderes Zeitdokument. Ein weiteres Kapitel ist der Marine und der Seefahrt gewidmet. Der letzte Teil der Ausstellung gibt einen Einblick in das Doorner Exilleben und endet mit dem Tod Wilhelms II. im Jahr 1941.
Die Potsdamer Ausstellung entstand in Kooperation mit der Stiftung Huis Doorn und dem Huis Marseilles, Museum für Fotografie, in Amsterdam.
Sonderführungen durch die Ausstellung finden jeweils samstags um 14 Uhr statt
Begleitprogramm:
Sonntag, 14. August 2005, 11 Uhr
Die Fotosammlung Kaiser Wilhelms II. in Huis Doorn
Vortrag und Rundgang durch die Ausstellung mit
Liesbeth Ruitenberg, Kastell Huis Doorn Treffpunkt: Kasse Neues Palais
Sonntag, 11. September 2005, 11 Uhr
Hohenzollernfotos. Wilhelm II. und die kaiserliche Familie im Bild
Referent: Jörg Kirschstein, Abt. Schlossmanagement Treffpunkt: Kasse Neues Palais
Der preußische Hof sah in dem neuen Medium der Fotografie die Möglichkeit einer wirksamen Eigenwerbung. Zahlreiche Kunstverlage boten in hohen Auflagen Hohenzollernbildnisse an. In einem Vortrag stellt Jörg Kirschstein anhand einer umfangreichen Fotosammlung die Mitglieder der kaiserlichen Familie und deren Lebensläufe vor.
Sonnabend, 17. September 2005, 16 Uhr
"Majestät brauchen Sonne" Dokumentarfilm von Peter Schamoni, Deutschland 2000 Schlosstheater Neues Palais
Kaiser Wilhelm II. beim Sport, auf der Jagd, zu Schiff, auf dem Pferd, bei der Parade, im Exil und, und, und ... Originalaufnahmen des letzten deutschen Kaisers. "Majestät brauchen Sonne" war ein geflügeltes Wort im Berlin um 1900, in dem der Kaiser bei Regen schon mal eine Parade absagte. Als besonderer Ort für die Filmvorführung wurde das Schlosstheater gewählt, denn hierher hat bereits Wilhelm II. zu kinematographischen Vorführen eingeladen.
Sonntag, 2. Oktober 2005, 11 Uhr
Das Neue Palais als Residenz Kaiser Friedrichs III.
Führung mit Petra Reichelt, Abt. Schlossmanagement Treffpunkt: Kasse Neues Palais
Kaiser Friedrich III. wurde 1831 im Neuen Palais geboren und starb hier nach 99-tägiger Regierungszeit im Juni 1888. Als Kronprinz bewohnte er mit seiner Gemahlin, der englischen Prinzessin Victoria, und seinen acht Kindern fast dreißig Jahre das Neuen Palais. In einem Rundgang durch das Schloss stellt Petra Reichelt den Alltag der kronprinzlichen Familie vor.
Sonntag, 16. Oktober 2005, 11 Uhr
Das Neue Palais als Residenz Kaiser Wilhelms II.
Führung mit Jörg Kirschstein, Abt. Schlossmanagement Treffpunkt: Kasse Neues Palais
Als Kaiser Wilhelm II. 1888 den Thron bestieg, bestimmte er das friderizianische Gästeschloss zur Residenz. Bis zum Sturz der Monarchie 1918 bewohnte der Kaiser mit seiner Gemahlin und sieben Kindern das Schloss, das er mit modernen technische Einbauten jener Zeit versah. In einer Führung durch die kaiserlichen Wohnräume erläutert Jörg Kirschstein deren Funktion und gibt Einblicke in die Wohnkultur des letzten Hohenzollernkaisers.
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